Die historische Entwicklung des Rittergutes Gribow
1898 - 1945
Mit freundlicher Genehmigung des "Arbeits- und Strukturförderverein Vorpommern e.V."
1898
enstand das Tagelöhnerhaus und die Stellmacherei. In Gribow waren erstmals russische Arbeiter als Schnitter.
1907
brannte der Schweinestall mit ca. 35 Schweinen ab. Wieder wurde Brandstiftung vermutet. Polnische und tschechische Schnitter arbeiteten in Gribow; einer wurde wegen Aufwiegelei ausgewiesen.
1908
wurde die mittlere Scheune gebaut.
1911/12
verlegte man den Steindamm zwischen Gribow und Gloedenhof.
1921
starb Axel Bunge (Der Gedenkstein auf dem Hügel im Gutspark erinnert an seine 50jährige Arbeit auf dem Gut.)
1933
übernahm Hans-Felix Bunge das Gut Gribow.
97% der Gribower gehörten dem Reichsnährstand an. Einem Gestapo-Lagebrichtzufolge wurden die Wanderarbeiter (Schnitter) in dieser Zeit als staatspolitisches Probleb gesehen, da auf sie wenig politischer Einfluss ausgeübt werden konnte. (20)
1934
richtete eine Maikäferplage in der Landwirtschaft großen Schaden an; die Schulkinder sammelten die Käfer.
In der Gutswirtschaft Gribow, waren die Erntefeste besondere Höhepunkte. Nach einem Festumzug durf das Dorf schwang man am Abend auf dem Kornboden das Tanzbein. Hierbei ging es mitunter ausgelassen zu. 1938 beteiligten sich auch die jugoslawischen Arbeiter, die in Gribow eingesetzt waren, am Erntefest.
1941
waren in Gribow/Gloedenhof russische Kriegsgefangene untergebracht.
1943
stürzte auf dem Feld an der Kleinbahn nach Ranzin ein deutsches Jagtflugzeug ab. Der Pilot konnte sich retten. Am 2. Ostertag wurde von Gützkow über züssow bis Tutow Bomben abgeworfen.
1944/45
fielen beim großen Bombenangriff auf Anklam auch Bomben auf die Gribower Gemarkung.
1945
im April wurde Anklam von der sowjetischen Armee besetzt, Greifswald kampflos übergeben. Am 29.April gegen 22:00 Uhr erreichten die ersten russischen Soldaten Gribow. Am 20. Mai starb Auguste Bunge in Gribow. Ein Gedenkstein im Gutspark erinnert an sie.
Bis Juli wurden sämtliche Gleisanlagen der Kleinbahn demontiert und als Reparationsleistung an die UDSSR geliefert.
Hans-Felix Bunge wurde im Lager Fünfeichen bei Neubrandenburg interniert.
Im Zuge der Bodenreform kam es zur Enteignung der Familie Bunge. Das Gutsland wurde an Neubauern verteilt (44 Wirtschaften in Gribow). Dabei geriet auch versehentlich ein Stück Kirchenland, das die Bunges von der Ranziner Kirchgemeinde gepachtet hatten, mit „unter den Hammer“. Im Kirchenarchiv Ranzin findet sich noch die Korrespondenz zur Rückforderung desselben.
Für die Tiere der Bauern wurden Plätze in den alten Gutsställen zugeteilt. Im November erfolgte dann schrittweise die Zwangsaussiedlung der Familie Bunge.
