Die historische Entwicklung des Rittergutes Gribow
3000 v. Chr. - 1840
Mit freundlicher Genehmigung des "Arbeits- und Strukturförderverein Vorpommern e.V."
Vorgeschichte
3000 v. Chr.
Ackerbau und Viehhaltung setzen sich auch in unserer Region von Süden her durch. Zahlreiche „Hühnengräber“ im Gebiet, sind Zeugen dieser Zeit. (Funde um Züssow, Gützkow)Zeugnisse des Handwerks sind besonders Flintbeile und Messer. Ein Feuersteinbeil wurde in der Gemarkung Gribow gefunden (Inv.-Nr.:1972/106)
1800 v. Chr. Im Austausch gegen Vieh und Ackerprodukte kamen die ersten bronzenen Gegenstände aus dem Süden nach Vorpommern. In Gribow fand man ein bronzezeitliches Rahmengriffmesser (Inv.Nr.:1986/206) Die Hügelgrabfund bei Züssow stammen vermutlich aus der Zeit.
Bis 600 v. Chr. Germanische Stämme siedelten sich in unserem Gebiet an. Die Großsteingräber wurden allmählich durch Urnenfriedhöfe abgelöst. Raseneisen- oder Sumpfeisenerz wurden verhüttet und lösten die Bronze ab. Funde von Tonscherben und eisernen Fiebeln sind aus Züssow, Thurow, Nepzin und Gribow (Inv. -Nr.: 1987/108) bekannt.
Seit dem 6. Jh. Wanderten während der Völkerwanderungszeit die germanischen Stämme weitgehend nach Süden und Westen ab. Aus dem Osten zogen schubweise slawische Völker in unsere Gegend. Zwischen Weichsel und Elbe siedelten sich die Wenden (slawischer Stamm) an. Zahlreiche Ortsnamen, die auf –in und –ow enden, bezeugen noch die slawische Herkunft. So auch der Ortsname Gribow. (altslawisch—Pilz)
1254 Wurde Ritter Tammo durch die Herzöge Barnim und Wartislaw ein Gütertausch mit dem Kloster Grobe (Pudagla) beurkundet, durch den er in den Besitz des Kirchdorfes Schlatkow gelangte. Tammo war somit in der Gegend ein begüteter Mann. Er soll dem Stammvater derer von Horn gewesen sein, die (nach Gestering, 9) seit dem 13.Jh. Ihren Stammsitz in Ranzin und Besitz u.a. auch in Gribow hatten.
1320 unterzeichnete „Arnoldus de Gribowe“ in einer Urkunde in Zusammenhang mit einer Schuldsache der Gützkower Grafen als Rat und Vasall derselben. Die ist die erste urkundliche Erwähnung des Namens Gribow.
1337 Fand Peter von Gribow als Knappe in 2 Urkunden namentlich Erwähnung.
1373
Wurde Vickow von Gribow in einer Privilegienurkunde des Herzogs Barnim erwähnt.
Gribow im Besitz der von Bützow und von Horns
1514 erhielt Claus von Horn für seine Dienste einen fürstlichen Lehnbrief über 4 1/2 Hufen in Gribow. (1 Landhufe sind ca. 19 ha. Der durchschnittliche Ritterbesitz in dieser Zeit betrug etwa 18-24 Landhufen.) Durch die Menschenarmut in der Region enstanden die für Pommern typischen großen geschlossenen Rittergüter.Die Horns hatten ihren Stammsitz in Ranzin, erwarben aber umfangreichen Grundbesitz auch in Schlatkow, Züssow und Gribow.
1561 Besaßen die Brüder Achim und Valentin Horn Anteile in Gribow
1611 Wohnte Achims Sohn Moritz auf dem Gut Gribow. Er übergab seinen Söhnen Moritz und Henning 1614 Anteile. Beide blieben aber kinderlos, ohne Erben.
1625 Verkaufte Claus Buddezow (Bützow) seinem Bruder Hans das Lehngut Gribow „zu ewigem todten Kauf“. In der Hufen-Matrikel für Vorpommern von 1631 sind die Bützows zu Balitz (später Glödenhof), Gribow und Züssow mit „15 Land– und10reduciertenHufen“eingetragen. Gribow und Balitz waren aber nicht vollständig Bützowscher Besitz, auch die Horns (seit der 2.Hälfte des 15. Jahrhunderts in der Gegend angesiedelt) hatten noch Anteile. Gribow wurde als größeres, wenn auch nicht ertragreicheres von beiden Gütern zum Stammsitz der von Bützows.
1655 War Hans Ernst Bützow Besitzer vonGribow und Balitz. Er hatte die Güter von seinen Vorfahren tief verschuldet übernommen und musste sie während der Entbehrungen in der Zeit des 30jährigen Krieges noch mehr belasten, sodass seine Söhne nur das Lehnrecht für die Güter behielten, diese aber nicht auslösen konnten.
Die Folgen des 30jährigen Krieges waren für Pommern verheerend: Verwüstungen, Verödung von Bauernhöfen und der akute Leutemangel durch vor dem Kriegsgeschehen geflohene Bauern, belasteten die Wirtschaft hoch.
Gribow und Balitz wurden
1689
Felix Heinrich von Gloeden überlassen, der die Gläubiger auszahlte.
1698
Wurde er von der Königlich Schwedischen Regierung mit dem Gütern belehnt.
Ende 17. Jh.
Waren auch die Köllers (Köhlers) und die Wolffradts Pfandinhaber einiger Höfe auf beiden Gütern.
Gribow im Besitzt der von Gloeden
1669
hatte Felix Heinrich von Gloeden bereits für 7000 Gulden den Hornschen Teil Gribows sowie 2 besetzte Bauernhöfe und einen wüsten Bauernhof in Balitz erworben.
1689
kaufte er auch den in Konkurs gegangenen Bützowschen Teil für 4500 Gulden und für 2600 Gulden einen weiteren Hof in Balitz. Über beide Güter erhielt er einen Lehnbrief.
1724
erbte Jochen Gustav von Gloeden die Güter und trat sie an seinen Bruder Hans Carl ab. Dieser erweiterte den G hatte Philipp Ernst von Horn an Familie Köller(Köhler) und 1703 an Bürgermeister von Corswandt verpfändet.
1733
erbten Carl Gustav und Carl Ludwig von Gloeden die Rittergüter Gribow und Balitz. Carl Gustav ließ vermutlich1785 die Schule in Gribow errichten, die auch die Kinder aus Balitz/Gloedenhof besuchten. In dieser Zeit machte die vermehrte Mischung landwirtschaftlicher und gewerblicher Betriebe eine gewisse Fortbildung des Bauernstandes notwendig. Erste Brennereien und Papiermühlen entstanden.
Ein Gedenkstein im Gutspark erinnert noch heute an den Gutsherren. Die Inschrift lautet: „Carl Gustav von Gloeden. Erbherr auf Gribow Balitz und Willerwalde, Geboren zu Gribow den 30. May a 1733. Bestimmte diesen Platz zu seinen und der seinen Begräbniß. Anno 1800. Herr gedenke unser im besten.“
1810
erbte nach dem Tode seines Vaters Hans Felix Conrad (der Major) den gesamten Besitz, da sein Onkel unverheiratet starb. Das Gut hatte er schon seit 1801 verwaltet
1814
kaufte er Balitz (den Wolffradtschen Anteil) und baute ein neues Wohnhaus. Er nannte das Gut „Gloedenhof“. Der Major war aber sehr verschwenderisch und schon bald tief verschuldet, sodass seine Familie Not leiden musste und sein Besitz 1824 einer Vormundschafts- Verwaltung (bestehend aus dem Sohn C.F. Wilhelm, dem Schwiegersohn A.F. Bunge und dem Greifswalder Bürgermeister Dr. Gersting) unterstellt wurde.
Er starb in Gribow „in Folge eines auf der Rückreise von Anklam nach seinem Wohnsitz, in der Gegend von Quilow erfolgten Umsturzes des Reisewagens und der dadurch erlittenen Beschädigung, am 27. September 1840“ (2, S.256.)
Um 1820
soll in der „Schafwäsche“ ein alter Taufstein gefunden worden sein, der später im Gutsgarten aufgestellt und bepflanzt wurde.
1840
Carl Felix Wilhelm erbte die beiden verschuldeten Güter. Er förderte besonders die Gartenwirtschaft, legte Spalierobst und die Rosenzucht an. Er wurde in Gribow begraben.
Sein Sohn, Carl Gustav, bekam die Bewirtschaftunf Gribows noch zu Lebzeiten seiner Eltern wegen Leichtsinn entzogen.
Das Gut wurde nun verpachtet (u.a. an Buggenhagen und Horn) und weiter heruntergewirtschaftet.
